Laudatio des Kreisehrenamtsbeauftragten des DFB Fußballkreis Würzburg, Ludwig Bauer, zur Verleihung der Silbernen Raute an den FC 1920 Thüngen am 30.September 2019 anlässlich des Kirchweihfestes


Vierundvierzig Beine rasen                 
durch die Gegend ohne Ziel                
und weil sie so rasen müssen              
nennt man das ein Rasenspiel.            

Rechts und links steh`n zwei Gestelle,
je ein Spieler steht davor.
Hält den Ball er, ist ein Held er,
hält er nicht, schreit man „Du Tooor!“

Fußball spielt man meistens immer
mit der unteren Figur.
Mit dem Kopf, obwohl`s erlaubt ist,
spielt man ihn ganz selten nur.                  

Heinz Erhardt


Sehr geehrter Herr Bürgermeister, verehrte Vorstandschaft und liebe Kirchweihfestfreunde des FCs.

Es ist für mich eine große Freude und Ehre als DFB-Kreisehrenamtsbeauftragter im Fußballkreis Würzburg dem Fußball-Club Thüngen anlässlich des heutigen Kirchweihfestes die höchste Auszeichnung des Fußball-Verbandes für Fußballvereine, die Silbernen Raute, überreichen zu dürfen.
 
Die Silberne Raute ist kein Wettbewerb unter Vereinen und es zählt auch nicht die sportliche Leistung oder ein Tabellenplatz. Der FC Thüngen bekommt diese Auszeichnung, weil er sich durch seine neuausgebildete Vereinsehrenamtsbeauftragte Lissy Hennig und Vorstand Roland Kosikors erfolgreich darum beworben und den „Rautenkatalog“ mit der notwendigen Punktzahl bei mir eingereicht haben. Der Verband zeichnet mit diesem Gütesiegel Vereine aus, die in den Bereichen Jugendarbeit, Ehrenamt, Prävention und Breitensport längerfristig hervorragende Leistungen erbringen und damit dem Motto des DFB „Fußball ist mehr als ein 1:0 – Fußball ist soziale Verantwortung“ gerecht werden. So müssen von jeweils 10 Vorgaben in jeder Gruppe mindestens 4 Aufgaben erfüllt werden. Ab 24 erreichten Punkten wird die Silberne Raute verliehen. Jetzt spielt der FC in der Rautenliga und kann bei der 2. Wiederholung im Jahr 2024 mit der Goldenen Raute in die Rauten-Europa-League aufsteigen.

Gute Restaurants bekommen Sterne und Vereine die besonderes leisten, werden mit der Raute ausgezeichnet. Was in der Wirtschaft die Zertifizierung, ist für einen Sportverein die Silberne Raute, eine Bestätigung der von ihm selbst erreichten Qualifikation. Der Verein zeigt gegenüber der Öffentlichkeit und seinen Sponsoren, was in ihm steckt und das z.B. die Eltern ihre Söhne und Töchter diesem Verein mit gutem Gewissen und besser als einem anderen überantworten können. Mit diesem Gütesiegel bestätigt der Verband dem Fußball Club Thüngen, dass er die Anforderungen eines modernen Vereines mehr als erfüllt und sich einreiht in die Gruppe ausgezeichnet geführter Fußball - Vereine im Verband.

Die Eltern Ihres Marktes können sich glücklich schätzen, weil ihre Kinder und Jugendliche beim FC Thüngen nicht nur sportlich gefordert, sondern auch menschlich betreut werden. Mit jährlich angebotenen Freizeitaktionen, werden den Jugendlichen sportübergreifende Maßnahmen angeboten, damit sie sich beim FC Thüngen wohlfühlen.

Der FC Thüngen leistet aber nicht nur eine gute Nachwuchsarbeit, sondern ist auch eine sehr wichtige Anlaufstelle für die gesamte Bevölkerung. Mit einem reichen Programmangebot im Breitensport ist der FC ein Hort für Gesundheit und Geselligkeit. Gerade in einer Zeit, in der sich die Altersstruktur der Gesellschaft gewaltig ändert, ist es notwendig, dass Fußballvereine für Männer und Frauen, für Jung und Alt Angebote machen, um sich fit zu halten, aber auch um christliche soziale Eingebundenheit erleben zu können. Gerade der Einsatz beim Kirchweihfest ist ein toller Beweis für den Zusammenhalt

Ich habe Eingangs den unvergessenen Heinz Erhardt zitiert, der seine Meinung über Fußball kundtat und ich stelle fest, dass diese Arbeit nur möglich ist, wenn sich viele Ehrenamtliche bereit erklären ihre Freizeit und ihr Kraft in den Dienst des Gemeinwohles zu stellen. Beim FC Thüngen gibt es viele helfende Hände und viele Frauen und Männer, die sich für ihren Verein und damit für die Gemeinde einsetzen, die all ihre Kraft für die Jugend, den Sport und das soziale Miteinander einbringen, denn der Verein sind sie alle. Ein Fingerhut Sport ist besser als ein Eimer Tabletten. Wir alle hocken zu viel und bewegen uns zu wenig. Die gesündeste Turnübung ist das recht-zeitige Aufstehen vom Esstisch.

Vereine, die nicht mit der Zeit gehen, g e h e n   mit der Zeit. Vielerorts von den Vätern und Großvätern mit viel Herzblut gebaute Sportanlagen, schmucke Sportheime, 2 Rasenspiel-felder – verwaist – keine Mannschaften mehr.

Gerne greife ich auf eine Studie der Uni Münster zurück, in der nachgewiesen wurde, dass ehrenamtliche Mitarbeiter mit mehr Lebensfreude durchs Leben gehen. Diese Studie sagt auch, dass die Lebenserwartung bei ehrenamtlichen Vereinsmitarbeitern höher liege, als bei Menschen ohne ehrenamtliche Betätigung. Vor allem weibliche Mitarbeiter leiden unter weniger Herzprobleme und haben auch bessere Cholesterinwerte. Nach dieser Studie haben sie Aussicht auf ein längeres Leben
Fazit: deshalb helfen sie tatkräftig beim Kirchweihauf- und abbau mit und sie profitieren von dieser Studie.

Herr Bürgermeister, Ihr Markt und Ihre Mitbürger dürfen stolz sein auf die Leistungen und das Engagement beim FC Thüngen. Hier werden wertvolle und vielfältige Arbeiten für die Gesellschaft, im sportlichen, wie auch im sozialen Bereich geleistet. Der FC Thüngen - ein
a u s g e z e i c h n e t e r Verein.
 
Auch der Verband ist stolz auf Sie. Ihr Verein ist Vorbild für hervorragende Arbeiten. Ich bedanke mich bei allen, die diese großartigen Leistungen ermöglicht haben und wünsche Ihnen auch in Zukunft sportliche und gesellschaftliche Erfolge. Ich würdige die Arbeit der Fußballabteilung mit der höchsten Auszeichnung des Verbandes für Fußballvereine, der Silbernen Raute, sicherlich mit einer der Höhepunkt in der mehr als großartigen Vereinsgeschichte.

Ihnen allen wünsche ich noch einen tollen Kirchweihfestverlauf und weiterhin viel Freude mit ihrem heute ausgezeichneten Verein. Bleiben Sie ihm treu und vor allem gestalten Sie ihn aktiv mit.  

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.